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El Cap: Route Free Rider Drucken E-Mail
Donnerstag, den 10. Juni 2010 um 09:54 Uhr
Am Montag, 7. Juni sind wir samt Schlafsack bis zum sogenannten El Cap Spire geklettert. Wir verbringen eine gemütliche Nacht auf dem einzigartigen Turm 500 Meter über den Bäumen im Tal. Wie schön es doch ist, hier oben. Ich bin froh: der sogenannte Monster Offwith liegt bereits hinter uns. Diese berühmt- berüchtigte Seillänge habe ich im letzten Jahr bereits frei geklettert. Die Route Golden Gate verläuft bis zum El Cap Spire auf der selben Route wie Free Rider. Aus Angst vor der Hitze sind wir bereits um 6 Uhr in der Früh gestartet. Jetzt ist Mittag, und wir gönnen uns Bagels und Cheese. Für heute haben wir unser Soll errreicht. Die Nacht verbringen wir hier.
Am Dienstag, 8. Juni geht es auch wieder relativ früh los. Wir haben eigentlich genügend Zeit. Nur gerade noch 11 Seillängen trennen uns vom Gipfel. Der harte Granit eignet sich ohne Matte nicht wirklich zum Schlafen. So sind wir rasch aus den Federn und um 7 Uhr wieder am klettern. Die erste Schlüsselpassage wartet bei Seillänge Nummer 23 auf mich. Die Boulderseillänge. Eine senkrechte Platte mit kleinsten Leisten und Tritten. Die Hauptschwierigkeit ist ein Zangengriff, den ich auf der Schulter durchpressen muss, um meinen linken Fuss an die Gegenwand einer Verschneidung drücken zu können. Wenn der Fuss angedrückt ist, muss ich mit meiner Hand auf derselben Höhe in den Riss greifen, um dann mein ganzes Körpergewicht auf diesen linken Fuss zu ziehen. Anschliessend geht es gerade hoch durch die Rissverschneidung. Eigentlich war dieser Zangengriff relativ gross. Doch letztes Jahr ist ein Teil des Griffes abgebrochen. Nun braucht man etwas mehr Kraft und der einzelne Zug in die Verschneidung gestaltet sich schwieriger als bei der Erstbegehung. Mit gelingt diese Seillänge trotzdem auf Anhieb und das relativ locker. So wie ich es mir vor einer Woche eingeprägt habe: Griff für Griff. Alex steigt nach und wir klettern weiter. Dieses Jahr ist sehr viel nass, was die Kletterei zusätzlich erschwert. In der zweiten Schlüsselseillänge muss ich erstmals kapitulieren. Ich rutsche aus der nassen Verschneidung und falle ins Seil. Nach diesem Sturz steige ich weiter bis zum nächsten Standplatz. Alex lässt mich wieder hinunter an den Beginn der Seillänge. Dabei benutze ich mein T-Shirt, um die nassen Griffe etwas abzutrocknen. Vielleicht hilft es ja ein bisschen. Ich ziehe das Seil ab und mache eine 15-minütige Pause und beginne die Seillänge noch einmal. Dieses Mal geht es besser. Ich kann die nassen Griffe halten und rutsche nicht mehr aus. So ist die letzte schwierige Seillänge auch geklettert. Der Rest ist noch Routine und ich stehe kurz vor meiner zweiten Route, die ich am El Cap frei klettern konnte. Es ist ziemlich genau 14 Uhr als wir auf dem Gipfelplateau stehen.

Free Rider ist die zweite Route, die ich frei klettern konnte. Für mich geht ein perfekter Trip langsam zu Ende.

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Der schnellste Mann am Berg

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