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Zurück im Everest Basislager - Warten auf gutes Wetter |
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Montag, den 07. Mai 2012 um 14:04 Uhr |
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Langsam merke ich, wie mein Körper sich an die dünne Luft gewöhnt. Unser Lager 2 ist - im Gegensatz zu dem der "grossen" Expeditionen - sehr bescheiden. Als Tenzing und ich vor ca. 10 Tagen zum übernachten im Lager 2 waren, standen erst ein paar Zelte dort. Jetzt sind alle installiert. Am zweiten Abend habe ich die Einladung von Alpin Adventure nicht ausgeschlagen und bei ihnen gut gegessen nach einem langen Tag. Das Essen und die Küche sind auch auf 6400 Meter sensationell.
Ich habe bereits letztes Jahr schon etwas Everest Luft geschnuppert. Für mich ist das eine neue Welt. Das hat nichts damit zu tun, wie ich sonst auf Expedition bin. Es ist angenehm und ich geniesse es hier. Ich kann gar eigentlich nichts Schlechtes finden an diesem Luxus. Diese Zeiten von Luxus werden sich spätestens ab dem Southcol ändern. Dann wird die Luft nämlich dünn und der Luxus weg sein. Ab diesem Punkt wird es für jeden Einzelnen streng. Ob mit Sauerstoff oder ohne, mit Sherpas die das Gepäck tagen oder nicht: Kalt und streng wird es für alle werden.
Darum heisst es für mich nicht zuviel Motivation und vokale Energie zu verlieren. Ich probiere meinen Körper an die sauerstoffarme Luft zu gewöhnen. Jetzt heisst es nur noch abwarten und ich glaube, dass dieses Jahr vor dem 20. Mai ein Gipfelversuch nicht denkbar ist.
Man merkt auch schon wie viele Bergsteiger nervös werden. Am liebsten würden sie gleich losgehen auf den Gipfel. Mir geht das genau gleich. Das ist exakt was es heisst, auf hohe Berge zu steigen. Geduld haben, abwarten und - wenn's passt - bereit sein und losgehen.
Ich werde noch einmal einen Akklimatisationausflug machen, so dass ich dann wirklich sicher sein kann, eine gute Chance zu haben, um auf den Gipfel zu kommen. Danach werde ich es mir gut gehen lassen. Und wenn es die Zeit zulässt, werde ich nochmals absteigen nach Pheriche, um mich zu erholen und die Lungen mit Sauerstoff füllen.
Jetzt mache ich mir es erstmal richtig gemütlich im Basislager. Ich war noch gar nicht richtig hier. Kaji der Koch ist schon einen Monat hier. Er hat sich gut eingerichtet und am Essen gibt es gar nichts auszusetzen. Ich denke, dass es heute wieder einmal wieder Zeit ist für eine Italien Pizza. Dann muss ich mich noch um eine bessere Schlafunterlage kümmern. Die Nächte sind lang und der Untergrund steinig. Aber ich glaube auch das kriege ich noch in den Griff. Eines nach dem andern.
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