Matterhorn Nordwand Drucken E-Mail
15.03.2006



1965 hat Walter Bonatti, Solo, in der 1200 Meter hohen Nordwand in 4 Tagen eine neue Route eröffnet. Mit seiner damals herausragenden Leistung hat er die Kletterszene verblüfft. Der Alleingang war aber nicht von Anfang an geplant gewesen. Walter Bonatti sitz in Zermatt und wartet auf gutes Wetter. Sein Freund Panei ist in Italien und telefoniert Bonatti, er könne unmöglich nach Zermatt kommen, zuviel Arbeit! „Dann gehe ich eben allein“ Schreit Walter wutentbrannt und in herausforderndem Ton in die Muschel. Er hofft Panei an einem empfindlichen Punkt getroffen zu haben und er sich doch entschliesst nach Zermatt zu fahren. Nach dem Telefonat beginnt er das ganze zu überdenken, so absurd wie es am Anfang war, beschliesst er es trotzdem alleine zu probieren.

1994 hat Catherine Destivelle Solo in drei tagen die Route wiederholt.

Ich wollte erfahren was Walter und Catherine erlebt hatten. Am 14 März 2006 um 12.00 erreiche ich die tief verschneite Hörnlihütte. Das Wetter ist traumhaft. Der einzige Nachteil es ist bitter kalt, das Thermometer an der Sonne, zeigt minus 15 Grad. Die Hütte ist einladend, könnte ich doch eine Nacht in der Hütte verbring, aber ich schlage aus. Eine Stunde Später kreuze ich zwei tschechische Bergsteiger am schattigen Wandfuss der Nordwand. Die Verhältnisse auf der Schmid-Route seien zu schlecht, sie kehren um. Ich bin etwas frustriert, ich wollte schon lange einmal solo diese Wand klettern, das Wetter ist super nur die Wand hat etwas wenig Schnee. Probieren kann man ja, ich steige weiter, vielleicht ist es in der Bonatti-Route besser. Die ersten Seillängen sind etwas harzig, ich probiere die ganze Zeit abzuchecken wie die Wand über mir aussieht. Jedenfalls der untere Teil geht gut und ich fange an mich zu konzentrieren, meine Zweifel vergehen. Die Kletterei gefällt mir, ich komme gut vorwärts. Kontrolliert klettere ich aufwärts, das Seil bleibt den ganzen Nachmittag auf dem Rucksack, ich benütze es nicht zum selbstsichern. Am Abend erreiche ich den zweiten Biwakplatz von Walter, am Ende des „Quergang der Engel“. Sein Beschrieb war ein komfortables Biwak, ich persönlich finde es ziemlich ungemütlich. Wenigsten habe ich ein warmen Schlafsack dabei. Die Nacht ist kalt und lang. Am Morgen weht ein eisiger Wind. Unten sehe ich die lichter von Zermatt, wie schön wäre es in einer warmen Stube zu sitzen und genüsslich ein Cafe zu trinken. Eineinhalb Stunden nach dem aufwachen habe ich mein ganzes Material wieder im Rucksack verstaut und klettere weiter. Ich bin gespannt was mir der heutige Tag bringt. Die Wand ist steil und Vereist, trotzdem geht es richtig gut vorwärts. Meine Steigeisen und meine Eispickel finden guten halt. Ich finde immer wieder gute Strukturen wo ich mein Eispickel verkeilen kann. Ich klettere die ganze Zeit mit Handschuhen und benutze meine Eispickel im Fels. Um 13.00 stehe ich bereits auf dem Gipfel 25 Stunden vorher war ich vor der sonnigen Hörnlihütte aufgebrochen in die Schattenwand. Am selben Tag noch erreiche ich nach einem langen Abstieg Zermatt. Während des Abendessen in Zermatt wird mir bewusst wie schön es ist an einem Tisch zu sitzen und etwas warmes zu essen. Doch schon beim einschlafen denke ich ans nächste Abenteuer….

 

 

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