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Ueli Steck: Etwas anderes. Wenn du auf einen Gipfel kommst, siehst du hinter den Berg, und dort ist alles noch viel größer als vor dem Berg.

Ich glaube weder an das Glück noch an das Unglück, ich glaube an die Eigenverantwortung des Menschen. Du bist selbst verantwortlich für das Glück, das du dir schaffst.

Ueli Steck: Genau das ist der Überlebensinstinkt. Du kannst nicht erklären, wieso und warum du so fühlst, aber auf das musst du hören, das darfst du nicht ausblenden.



Walter Bonatti: Schon nur, dass du dir diesen Moment ausgedacht hast, dieses Projekt, das allein ist ein einmaliger Akt der Kreativität. Der Traum – er ist die Triebfeder von allem. Wir alle sind Träumer, die ein Leben lang versuchen, unsere Träume durch Handlungen Wirklichkeit werden zu lassen.

Walter Bonatti: Alles hat zwei Seiten, kann auf zwei Arten beurteilt werden. Wichtig ist, dass wir versuchen, unsere Grenzen zu erreichen, das Limit zu erreichen, das für uns möglich ist. Nicht die Zahl ist wichtig, die mathematische Größe, sondern das, was dir ein solches Erlebnis selbst bringt. In deinem Fall eben die Vorbereitung auf den Himalaya, und auch der Himalaya wird für dich nur eine Etappe sein. Niemand weiß, was danach auf dich wartet.

Walter Bonatti: Das, was hinter dir liegt, hast du erlebt, was vor dir liegt, ist unbekannt. Das mag verunsichernd sein, macht es aber auch interessant.

Walter Bonatti: Indem er andere beschuldigt, zeigt der Mensch nur seine Schwäche. Der beste Ratgeber bist immer du selbst. Doch dazu braucht es Abgeschiedenheit – Einsamkeit erhöht die Sensibilität. Der Mensch braucht die Einsamkeit, doch meist wird sie fälschlicherweise als etwas Negatives gesehen. Einsamkeit ist wichtig, denn nur in der Einsamkeit ist Reflexion möglich; du kannst dich nur dann mit dir selbst auseinandersetzen, wenn du allein bist. Leute um dich herum lenken dich nur ab, sie nehmen dir etwas von dir weg.